Platz an der Kruppstraße

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Nachdem die ETB-Fußballer 1904 den Platz am Tivoli verlassen hatten, suchten sie in der Innenstadt nach einer neuen Heimat.

Historie

Sie fanden diese in einem alten Steinbruch an der Kruppstraße. Es war das Gelände zwischen der Freiheit (am Hauptbahnhof) und dem Bismarckplatz, dort, wo jetzt die beiden Hochhäuser von RWE und Thyssen-Krupp stehen.

Auch an der Kruppstraße musste zuerst aus einem ehemaligen Steinbruch ein vernünftiges Spielfeld hergestellt werden. Leider konnte zu diesem Zeitpunkt Otto Weber, einer der Mitbegründer des ETB-Fußballs, sein Amt als 1. Vorsitzender nicht mehr ausüben. An seiner Stelle übernahm das Mitglied Schwantje, Bankdirektor der Essener Creditanstalt, den Posten des 1. Vorsitzenden und führte mit Max Ring sen. die Bauarbeiten am neuen Sportplatz an der Kruppstraße durch. Ein Zeitzeuge: "Es war ein alter Steinbruch. Nachdem wir durch Max Ring sen. mit dem Besitzer, Bankdirektor Hilger, ein Abkommen getroffen hatten, für eine Anerkennungsgebühr von 20 Mark jährlich sowie Instandhaltung des Zaunes dort spielen zu dürfen, gingen wir frisch an die Selbstarbeit. Damals wurde für solch eine Sache noch keinen Pfennig ausgegeben. 'Alle Mann an die Arbeit!' hieß die Parole, und da wir ja Übung in solchen Dingen hatten, vor allem wackere, frisch zupackende, schuftende Arbeiter waren, ging das Werk in wenigen Wochen seiner Vollendung entgegen. Zum Herrn Direktor Rehn hin mussten wir, um seinen Garten und seine Fensterscheiben zu schützen, eine sehr hohe Drahtwand ziehen. Also Löcher ausgehoben, Masten gesetzt und gerichtet, dann mit hohen Leitern den Maschendraht angenagelt - alles ohne fachmännische Hilfe. Das war eine große Leistung - Zuschauer waren genug da, die uns anfeuerten. Für alle, die mithalfen, wurde im Vereinslokal 'Fürst Bismarck' einer eingeschüttet." Auch um die Absperrung des Spielfeldes machte man sich Gedanken: Holzpfähle wurden von Vereinsmitgliedern in Wechselschicht eingeschlagen und Seile von Förderschächten angebracht. Diese besorgte Gustav Janus, der beim Kohlesyndikat (danach Ruhrkohle AG, jetzt Evonik) arbeitete. Wenn auch die Drahtseile voller Teer waren, so bewirkten sie doch, dass die Zuschauer hinter den Seilen blieben - wenn auch so mancher Besucher hinterher seine Hose reinigen lassen musste.

Zur Eröffnung des Platzes, den man nun nicht mehr "Spielplatz Schwarz-Weiß" sondern "Sportplatz Schwarz-Weiß" nannte, weil dort auch Leichtathletik betrieben wurde, veranstaltete der ETB Pfingsten 1904 ein Turnier mit Dortmund 95 und dem Essener Sportverein 1899.

Häufig wurde der Platz an der Kruppstraße auch an Zirkus- und Karusellbesitzer vermietet. Max Ring sen.:"Das mussten wir schon in Kauf nehmen. Einmal, nachdem ein Zirkus den Platz verlassen hatte, entsinne ich mich, dass wir einen großen Eimer voller alter Nägel vom Platz aufsuchten - dass musste geschehen, damit wir uns die verrosteten Dinger beim etwaigen Fallen nicht in die Arme und Beine scheuerten. Auch mussten wir immer wieder die herauskommenden Steine zerschlagen und fortschaffen. Sehr zustatten kam uns die neue Eindeckung der Schiller- und Kruppstraße. Die ganze alte, mit Sand durchsetzte Erde ließen wir auf den Platz kippen, dann wurde geebnet und gewalzt, wodurch heute noch der Platz nach heftigem Regen in einigen Stunden vollkommen trocken und spielfähig ist. Von diesem Platz hatte auch die Stadt Essen viele Vorteile gehabt. Sämtliche anliegenden Schulen haben ihn über 20 Jahre lang tagtäglich benutzt. Luisenschule, Privatschule Leibniz, Realgymnasium und vor allem die umwohnende Jugend benutzte ihn. Seit einigen Jahren benutzt ihn auch der Leichtathletikverein TV 1859 mit uns gemeinsam. Er ließ auch die Erhöhung an beiden Seiten aufkippen. Auch die Sportfreunde 07 benutzten den Platz 1917 für kurze Zeit. Bei größeren Wettspielen ließen wir von van Eupen Planwagen auffahren, bis zu acht Stück, die damals als "Tribüne" die ersten größeren Einnahmen brachten. Jedenfalls hat uns dieser Platz spielerisch bedeutend und schnell hoch gebracht..."

Die Platzanlage an der Kruppstraße war von 1904 bis 1913 Heimat der ETB-Fußballer. Das Spielfeld an der Kruppstraße war aber etwas klein und erreichte gerade die vorgeschriebenen Maße. Auch die durch Einführung der Zehnerliga einsetzenden großen Zuschauermassen konnte der Platz nicht mehr bewältigen. Zudem benutzten die Leichtathleten des ETB und des TV 1859 den Platz immer öfter und beeinträchtigten so zunehmend den Spielbetrieb auf der ETB-Sportanlage.

Ausblick

1913 errichtete man an der Meisenburg in Essen-Bredeney eine neue Sportanlage und zog um.