Jahreshauptversammlung

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Die Jahreshauptversammlung ist eine jährliche Zusammenkunft von ETB-Leitern und ETB-Mitgliedern. Sie findet vorzugsweise im November in den Räumlichkeiten des Clubhaus Uhlenkrug statt, wird aus gegebenem Anlass (z.B. einem drohenden Abstieg) gerne aber auch 'mal um mehr als ein halbes Jahr aufgeschoben.

Der Ablauf wurde bei der Vereinsgründung im Jahre 1900 festgelegt und hat bis heute - in zwei Varianten - Gültigkeit:

Variante 1: Es stehen keine Wahlen an

  • Begrüßung
  • Beruhigungsmaßnahme 1 (das Protokoll vom Vorjahr wird verlesen)
  • Totengedenken
  • Beruhigungsmaßnahme 2 (der Bericht des Vorstandes wird verlesen: "Wir haben x-mal getagt. Wir haben getan. Wir haben beschlossen. Wir wollen aufsteigen.")
  • Beruhigungsmaßnahme 3 (der Bericht des Aufsichtsrates wird verlesen: "Wir haben y-mal getagt. Wir haben geprüft. Wir könnten aufsteigen.")
  • Aussprache (fällt in der Regel aus wegen der erfolgreichen Beruhigungsmaßnahmen)
  • Verschiedenes (fällt in der Regel aus wegen der erfolgreichen Beruhigungsmaßnahmen)
  • Verabschiedung (Wecken)

Variante 2: Es stehen Wahlen an

  • Begrüßung
  • Beruhigungsmaßnahme 1 (das Protokoll vom Vorjahr wird verlesen)
  • Totengedenken
  • Beruhigungsmaßnahme 2 (der Bericht des Vorstandes wird verlesen: "Wir haben x-mal getagt. Wir haben getan. Wir haben beschlossen. Wir wollen aufsteigen.")
  • Beruhigungsmaßnahme 3 (der Bericht des Aufsichtsrates wird verlesen: "Wir haben y-mal getagt. Wir haben geprüft. Wir könnten aufsteigen.")
  • Aussprache (fällt in der Regel aus wegen der erfolgreichen Beruhigungsmaßnahmen)
  • Vorstellung der zu wählenden Kandidaten und der zu vergebenden Posten
  • Wecken 1
  • Kollektives Handhochheben der ETB-Mitglieder
  • Kollektives Murmeln der vorgestellten und damit gewählten Kandidaten: "Ich nehme die Wahl an."
  • Verschiedenes (fällt in der Regel aus wegen der fortgeschrittenen Stunde)
  • Verabschiedung (Wecken 2)

Nach der Verabschiedung könnte man nach Hause gehen, es bleiben aber reichlich Mitglieder, um sich vorzugsweise an Stauder Pils zu laben. Dieser Vorgang stellt die bedeutendste Modifikation im Ablauf der Jahreshauptversammlungen seit der Vereinsgründung dar - früher gab es nämlich Stern Pils.

Wissenschaftliches

Jahreshauptversammlungen von Traditionsvereinen wurden sogar im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen untersucht. Ein Auszug aus: Brüggemeier, F.-J. Entscheidend ist längst nicht mehr "auf'm Platz" - Zur Instrumentalisierung des Fußballs, in: Goch, S./ Piorr, R. (Hgg.) Wo das Fußballherz schlägt. Fußball-Land Nordrhein-Westfalen, Essen 2006, 128-139 (hier: 135-139)

"Tradition als Legitimation des Versagens

Das Bild des Fußballers als harter und ehrlicher Arbeiter, der gelegentlich über die Stränge schlägt, aber 'normal' und anständig bleibt, ist nicht erst mit Rahn entstanden. [...] Das ist nicht weiter schlimm, zumal nicht im Fußball, der von solchen Mythen lebt und sie immer wieder bestätigen bzw. neu schaffen muss. Diese Vorstellungen können aber auch negative Auswirkungen haben und dazu dienen, überholte Strukturen zu verfestigen, neue Entwicklungen zu blockieren und persönliche Machtansprüche zu stützen. All das ist im Ruhrgebiet geschehen. [...] Gegen die erfolgreichen Konkurrenten [...] wurde immer wieder die Tradition angeführt [...]. Mit derartigen Appellen gelang es Vereinsführungen und Präsidenten über viele Jahre, [...] ausbleibende Erfolge zu kaschieren und im Amt bestätigt zu werden. Wer es bei Versammlungen verstand, diese Mythen zu vertreten, das Gefühl der Anwesenden anzusprechen, sich auf Tradition zu berufen und vage Versprechungen zu machen, konnte genügend Stimmen erhalten - und anschließend im alten Trott weiter machen. Während andernorts [...] neue Strukturen entstanden, blieb der Ruhrgebietsfußball auf sich bezogen und in seinen Mythen befangen."

Galerie

JHV 2011. (Foto: Chronik)