Damian Apfeld

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Damian Apfeld. (Foto:LesPaul)

Ehemaliger ETB-Trainer (*30.11.1985). Der wohl erfolgloseste.

Amtsantritt

Damian Apfeld wurde vom ETB Schwarz-Weiß am Abend des 01.04.2016 per Newsletter als neuer Cheftrainer für die Saison 2016/17 vorgestellt. Da das Gerücht von seiner bevorstehenden Amtszeit bereits seit geraumer Zeit die Runde gemacht hatte und in renommierten Publikationen wie dem Sportszene Essen Forum als beschlossene Sache gemeldet worden war, ergab sich niemals der Vedacht eines Aprilscherzes.

Karriere

Damian Apfeld, der Inhaber einer A-Lizenz ist, arbeite mehrere Jahre lang als Chef- und Co-Trainer in der Nachwuchsabteilung von Rot-Weiss Essen. Hierbei trainierte er er auch einige Kunden von Leiter Nörgel, die den Übungsleiter aus Bottrop rückblickend als sympathischen Taktikfuchs lobten. 2014 wechselte Damian Apfeld als Co-Trainer zum Landesligisten Spvg Schonnebeck 1910, wo ihm an der Seite von Dirk Tönnies der Aufstieg in die Oberliga Niederrhein glückte. Auch in der neuen Spielklasse eilte der Essener Vorortclub mit seinem ETB-affinen Trainergespann zumindest in der Hinrunde von Sieg zu Sieg und schickte sich an, die Serie im oberen Mittelfeld abzuschließen.

Nach der vorzeitigen Entlassung von Antonio Molina beim ETB Schwarz-Weiß verließ Damian Apfeld den Schetters Busch dann aber noch während der Saison und übernahm das Training am Uhlenkrug zum 26.04.2016 mit der Maßgabe, den drohenden Abstieg in die Landesliga zu verhindern. Vier Tage nach seinem Amtsantritt führte der neue Trainer die Mannschaft zum ersten Sieg und sich selbst auf die Tribüne des Uhlenkrugs - Schiedsrichter Dustin Sikorski war das Coaching dann doch etwas zu laut. Die weiteren Meisterschaftsspiele waren von weniger Erfolg gekrönt: Am Ende hielt der ETB die Klasse nur, weil sich die U23 des MSV Duisburg vom Spielbetrieb abmeldete.

Der Vertrag mit Damian Apfeld beim ETB war vorerst auf ein Jahr angelegt, doch nachdem die Mannschaft in der Winterpause 2016/2017 auf einem Abstiegsplatz rangierte und in der Oberliga bis dahin keinen einzigen Heimsieg einfahren konnte, trennte sich der ETB am 07.01.2017 von dem Coach, der in 23 Ligaspielen nur 22 Punkte hatte holen können - eine schlechtere Quote dürfte wohl kein Cheftrainer in der langen Geschichte des Vereins aufweisen.

Im Sommer 2017 holte RWE-Nachwuchskoordinator Dirk Helmig Damian Apfeld als Trainer für die U19 zurück an die Seumannstraße. Erklärtes Ziel ist der direkte Wiederaufstieg der A-Junioren in die Bundesliga West.

Ursachenforschung aus der Sicht von Leiter Nörgel

1. Spielsystem

Damian Apfeld hatte den ETB Schwarz-Weiß vor allem im taktischen Bereich modernisieren wollen. Er setzte hierbei auf verschiedene Spielsysteme, welche die Mannschaft je nach Situation (d.h. Gegner) abrufen sollte. Eine klare Zuweisung von Positionen war hierbei augenscheinlich kaum gegeben: Je nach System hatten viele Spieler verschiedene Positionen zu bekleiden. Auch eine erste Elf war in diesem Kontext nicht zu erkennen, vielleicht sogar nicht möglich oder erwünscht.

In der Hintermannschaft wirkte sich der stete Wechsel von Dreier- und Viererkette samt wechselndem Personal besonders schlecht aus: Aus dem vermeintlichen Prunkstück des Kaders wurde ein Sicherheitsrisiko. Vor allem gegen schlagbare Gegner setzte Apfeld immer wieder auf eine Dreierkette, die aber genauso regelmäßig durch individuelle Fehler im Spielaufbau oder durch Stockfehler der Innenverteidiger Gegentore zuließ, die bei einer Viererkette mit großer Wahrscheinlichkeit hätten verhindert werden können. In diesen Spielen verlor der ETB entscheidende Punkte zuhauf. Bezeichnend ist, dass Schwarz-Weiß in seinen besten Spielen unter Damian Apfeld, nämlich dem Pokalspiel gegen Wuppertal am 12.10. und dem Ligaspiel in Fischeln am 30.10., mit vier Verteidigern auflief.

2. Heimspielmisere

Während der ETB unter Damian Apfeld auswärts ansehnlich spielte und auf eine ordentliche Punktausbeute kam, lastete auf den Heimspielen scheinbar ein Fluch. Weshalb die Heimspiele unglücklich verliefen, ist nicht mit Gewissheit zu sagen. In den Spielen gegen Homberg und Ratingen verschenkte man Punkte durch kopfloses Angreifen, anstatt Unentschieden mitzunehmen. Ansonsten tat man sich immer schwer damit, das Spiel zu gestalten, was bei der namhaften Kreativabteilung des ETB durchaus überraschend war. Da vor allem in der 2. Halbzeit regelmäßig Spiele verloren gingen, darf man auch vermuten, dass die Elf konditionell nicht vollends auf der Höhe war, bzw. durch die Dreierkette (s.o.) über ihr Limit geführt wurde. In diesen Zusammenhang fällt auch die Überlegung, dass den Rasenplatz am Uhlenkrug von den Plätzen der Fremde in erster Linie seine Größe unterscheidet. Ex-Trainer Mircea Onisemiuc kommentierte diese Gedanken am 04.12.2016 mit den Worten: "Jede Mannschaft freut sich, wenn sie zuhause auf einem großen Platz das Spiel machen kann."

3. Kaderzusammenstellung

Im ETB-Kader der Saison 2016/17, den Damian Apfeld zusammengestellt hatte, war viel Qualität vorhanden - in dieser Frage waren sich alle einig (s. Zitate). Unglücklicherweise waren aber mit Ausnahme von Ridvan Avci (Hedefspor Hattingen), Deniz Hotoglu (DSV 1900), Danny Walkenbach (Klosterhardt) sowie den Bankdrückern Enes Kurt (Besiktas Istanbul U21) und Arianit Nebihi (WSV U19) alle Spieler im Vorjahr abgestiegen oder hatten die Saison zumindest auf einem Abstiegsplatz beendet. Das einzige, was diesem Kader nicht passieren durfte, war es, in Abstiegsgefahr zu geraten, was aber im Herbst seinen Anfang nahm. Die Rückrunde unter Apfelds Nachfolger Manfred Wölpper zeigte, dass die Mannschaft den Abstiegskampf doch noch annehmen konnte - allerdings nur so lange, wie es unbedingt notwendig war: Als das Punktepolster vermeintlich bequem war, ergab man sich wieder in launischen Sommerfußball.

Rezeption

Das Verhältnis zwischen den ETB-Fans und dem Trainer Damian Apfeld war seit Beginn der Sommervorbereitung 2016 kein einfaches. Anfangs noch gut gemeinte Hinweise zu den besonderen Qualitäten der Bestandsspieler und zum Spielsystem, z.B. durch Jackel, wurden teils barsch zurückgewiesen.

Als Julian Bluni, vom Trainer als Must-Have-Nachverpflichtung gewünscht, auf der Ersatzbank festzuwachsen drohte, wurden Klaus-Dieter und Jürgen W., welche die Verpflichtung des Außenstürmers vom FC Kray aus eigener Tasche mitfinanziert hatten, schon lauter - Bluni spielte fortan meist.

Das Versagen von Apfelds fixer Idee der Dreierkette wurde von Ayatollah Choleri, Fred Stoppenberg und anderen ebenfalls lautstark angeprangert; Apfeld ging jedoch nur soweit darauf ein, dass er die betreffenden Fans als Idioten hinstellte (s. Zitate). Die Mitte November 2016 von der Gazette Reviersport veröffentlichte scharfe Kritik eines nicht mehr funktionierenden Funktionärs an Apfeld hatte dieser zuvor nicht kommentiert (s. Zitate und Weblink 2).

Zitate

Damian Apfeld war ein Mann der klaren Worte. Aus den meist durch Axel S. veröffentlichten Statements des Trainers mögen die nachfolgend ausgewählten als Retrospektive der Hinrunde 2016 dienen.

  • "Ich sehe vor allem in den Abläufen gegen den Ball noch große Probleme. Dort sind wir einfach noch nicht richtig drin." (nach einer 0:2-Testspielniederlage gegen SG Wattenscheid 09, 15.07.2016)
  • "Gegen den Ball waren wir heute nicht gut, dass müssen wir jetzt schleunigst verbessern und in den Griff bekommen." (nach einem 7:2-Testspielsieg bei Westfalia Herne, 31.07.2016)
  • "Wir brauchen jetzt nicht in Euphorie zu verfallen [...].“ (nach dem 2:1 bei TuRU Düsseldorf, 21.08.2016)
  • "Wir [...] verhalten uns hinten in der Abwehrkette sehr schlecht und unglücklich. Wir kassieren generell zu viele Gegentore. Was wir in der Defensive zeigen, ist schlecht." (nach dem 3:4 gegen den VfB Homberg, 28.08.2016)
  • "Wir sind gut in die Partie gekommen, was für uns ja schon fast verwunderlich ist." (nach dem 3:1-Auswärtssieg beim TV Jahn Hiesfeld, 02.10.2016)
  • "Dafür habe ich kein Verständnis. [...] Dem einen oder anderen Spieler fehlt momentan auch die Qualität." (nach dem 1:3 gegen den VfB 03 Hilden, 23.10.2016)
  • "Ich will nichts schön reden, aber es liegen noch einige Spiele vor uns. Ein wenig Ruhe bewahren, das würde allen gut tun." (nach dem 1:4 gegen die Spvg Schonnebeck 1910, 13.11.2016)
  • "Mit Dingen, die in sozialen Netzwerken kommuniziert werden, beschäftige ich mich nicht. Ich konzentriere mich nur auf das Sportliche." (zu Schmähungen in einem sozialen Netzwerk, ca. 16.11.2016)
  • "Was mich heute auf die Palme gebracht hat, sind die Kommentare, die von der Tribüne kommen. Das sind Leute, die Null Sachverstand haben. Das macht mich stocksauer." (nach dem 1:1 gegen den Cronenberger SC, 04.12.2016)
  • "Ich weiß, dass in der Mannschaft Qualität steckt." (nach dem 2:3 gegen Germania Ratingen, 11.12.2016)
  • "Wir werden uns mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, gegen Uerdingen stemmen und versuchen, sie zu ärgern." (vor dem 0:5 beim KFC Uerdingen 05, ca. 15.12.2016)
  • "Unsere Vorbereitung beginnt früh, aber das ist auch notwendig. Wir müssen viel taktische Arbeit leisten, vor allem im Spiel gegen den Ball." (dem Sinne nach aus der WAZ wiedergegeben, gedruckt am 07.01.)
  • "-" (seinen Rausschmiß wollte Damian Apfeld später am Tag nicht kommentieren)

Weblinks

In aller Bescheidenheit verweisen wir gerne auf Weblink 1: Leiter Nörgel war einmal mehr seiner Zeit voraus, diesmal um etwa zehn Wochen.

Galerie

Damian Apfeld mit Physiotherapeutin. (Foto:LesPaul)