Stadion Uhlenkrug

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Stadion Uhlenkrug
Uhlenkrug.jpg
Stadion Uhlenkrug, Juni 2012

(Foto: putajumperon)

Daten
Eigentümer: Stadt Essen
Erbaut: 1922
Maximale Kapazität: 52.000 (1963)
Letzter Umbau: 2009
Aktuelle Kapazität: ca. 9.000
Nutzer: ETB SW, FC Kray, Spvg Schonnebeck 1910

Namensgebung

Das Stadion hieß nach einem Vorstandsbeschluss vom 4. Februar 1926 bis zum 20. September 1937 "Stadion Schwarz-Weiß am Stadtwald". Auf der Jahreshauptversammlung am 20. September 1937 wurde beschlossen, zu Ehren von Max Ring, dem Erbauer des Uhlenkrug-Stadions, das Stadion "Max-Ring-Kampfbahn" zu nennen. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Stadion "Uhlenkrug-Stadion" genannt. Auf der Jahreshauptversammlung am 6. Juni 1950 gab es einen Antrag, das Stadion wieder "Max-Ring-Kampfbahn" zu nennen. Dieser Antrag wurde abgelehnt und nun auch offiziell beschlossen, das Stadion "Uhlenkrug-Stadion" zu nennen.

Aus nachvollziehbaren Gründen hat sich bei den ETB-Fans und vielen anderen Essener Fußballinteressierten mittlerweile der Alternativbegriff "Uhlengruft" etabliert: "Uhlenkrug passt auch gar nicht: Ein Krug sollte doch wohl immer voll sein, oder?" (RWE-Anhänger Frederic, 15 Jahre). Der erste, der in Richtung Gruft dichtete, war übrigens Joachim: "Aus der Urne kommt die Kraft des ETB."

Planung und Bau des Stadions

Weil 1921 die Pacht für den Platz an der Meisenburg auslief und nicht verlängert wurde, suchte sich der ETB eine neue Heimat und fand sie am Uhlenkrug. Von 1917 bis 1918 spielten schon die Sportfreunde 07 auf einem Feld, das ungefähr dort war, wo sich jetzt der Nebenplatz des Stadions befindet. Dieses Spielfeld war von Acker- und Weideland umgeben.

Zum Erwerb des Geländes schrieb Max Ring: "Durch Zufall entdeckte ich ein Gelände, das mir einer der Besitzer eigentlich halb im Scherz als Sportplatz vorschlug. Es kostete nur 750.000 Mark, ohne Umbauarbeiten usw. Ich ging trotzdem hin und sah mir die 35 Morgen an. Ja, ich weiß nicht, acht volle Tage bin ich darauf herumgelaufen, zaghaft und doch verlangend - erwägend und überschlagend - verwerfend und doch die Flächen abschreitend und messend. Nachts schlief ich nicht mehr. Bis ich mir bei einigen näheren Freunden das Herz ausschüttete - und eines Tages waren wir richtig am Verhandeln. Wir hatten uns bei der Stadt um ein Darlehen beworben und hatten auch Aussicht, dies zu erhalten; vom Platz an der Meisenburg sollte Geld hereinkommen, unsere Mitglieder wollten Anteilscheine zeichnen - wir machten uns stark, eine Millionen zu verzinsen. Wir waren mit den Besitzern einig, für das Grundstück 750.000 Mark zu erwerben. Da ließ uns die Stadt im Stich. Das Gelände sei zu teuer, das war der rote Faden, der sich durch unsere Verhandlungen zog. Und eines Tages gingen wir zu Besitzer Hasenbring, um ihm zu erklären, dass alle unsere Verhandlungen gescheitert seien und wir mit leeren Händen da stünden. Hasenbring aber hatte Vertrauen zu uns. Krupp und die Stadt, die auch Angebote auf das Gelände gemacht hatten, hatten diese so niedrig gehalten, dass er uns, empört über solche Zumutungen, ohne einen Pfennig Auszahlung das Gelände für zehn Jahre mit Vorkaufsrecht verpachtete. Nun mussten die Baukosten finanziert werden und "Klinkenputzen" war angesagt."

Der damalige ETB-Vorsitzende Karl Schultz und Fußball-Boss Max Ring rührten die Werbetrommel. Mitglieder sammelten, und so konnte der Rest des Geldes durch ein Sparkassen-Darlehen abgedeckt werden. Trotzdem war der Bau nur dadurch zu realisieren, weil viele ETB-Mitglieder ihre eigene Arbeitsleistung miteinbrachten. Der Hauptplatz, zwei Nebenplätze und die Tennisplätze wurden im Angriff genommen. Es wurde schrittweise gebaut, wenn gerade Geld zur Verfügung stand. Der ETB kaufte das Gelände schließlich sogar. Hasenbring nahm das im Zuge der Inflation entwertete Geld, obwohl er es laut Vertrag nicht nötig gehabt hätte. Der ETB verkaufte dann den auf der Gaststättenseite befindlichen Teil des Geländes (vom Stadioneingang aus links vom ehemaligen Gaststätten-Gebäude, wo jetzt Häuser stehen), um die Anlage mit dem Geld schließlich fertigstellen zu können.

Eine Tribüne, eine der größten in Westdeutschland, wurde in Angriff genommen. Es war die erste Spannbeton-Tribüne in einem Fußball-Stadion in Deutschland. Leider langte es bei der Tribüne nur zum Unterbau und zur Eisenkonstruktion. Da kein Geld mehr vorhanden war, musste der Tribünenbau 1922 stillgelegt werden - bis ein ETB-Mitglied für die erste Mannschaft eine Reise nach Spanien vermittelte, wo die Mannschaft gegen Devisen Fußball spielte. Da die dort erworbenen Peseten durch die Inflation in Deutschland im Wert stark stiegen, konnte die Tribüne 1923 endlich weitergebaut und fertiggestellt werden. Das Stadion bot nach Fertigstellung Platz für 30.000 Zuschauer; die vom Architekten Thiel geplante Tribüne fasste 1.700 Zuschauer. Ausweichplätze blieben der Sportplatz an der Kruppstraße und die Schillerwiese.

Umbau- und Erweiterungsmassnahmen

1929 wurde das Fassungsvermögen von 30.000 auf 35.000 Zuschauer erweitert und im Jahre 1940 noch einmal von 35.000 auf 45.000 Zuschauer. Die Tribüne wurde von 1.700 auf 2.100 Plätze erweitert. Während der Umbaumaßnahmen 1939/40 musste der ETB zwischenzeitlich auf den Sportplatz Keplerstraße ausweichen.

Der Eingang des Stadions war bis 1950/51 an der Südkurve, etwa hinter der heutigen Stadion-Uhr. Um den Platz waren 42 (!!) Kassenhäuschen aus Holz. 1951 wurde der Stadioneingang am jetzigen Ort verlegt. Nach Bau des Vereinsheims 2001 wurde dieser Stadioneingang verändert.

Auch der Zugang zur zur Tribüne war anders. Auf der Rückseite der Tribüne gab es links und rechts Treppenaufgänge. Innerhalb des Tribünengebäudes gab es die Tribünengaststätte "Schwarz-Weiß", die auch über diese Treppenaufgänge erreichbar war. Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem II. Weltkrieg wurden die Gaststätte und die Treppenaufgänge beseitigt.

Alte ETB-Anhänger erinnern sich noch an die "Seufzer-" oder "Klagemauer", eine halbhohe Mauer zwischen Tribüne und Laufbahn. Nachdem das Stadion städtisch geworden war (1970er Jahre), baute man für die Leichtathletik die Laufbahn, die Kugelstoßanlage und die Weitsprunganlage aus. Im Zuge dieser Arbeiten wurde die Seufzer-Mauer abgerissen.

1963 wurde das Stadion noch einmal - nun auf 52.000 Zuschauer - ausgebaut, indem die Stehgerade um den oberhalb des Weges befindlichen Teil aufgestockt wurde; dort war bis dahin nur eine Wiese gewesen. Die Heimspiele in der 2. Bundesliga von 1975 bis 1978 musste der ETB nichtsdestotrotz im Grugastadion ausrichten, bisweilen sogar im Georg-Melches-Stadion.

Im Jahre 2009 baute die Stadt Essen das Stadion noch einmal um, um die Auflagen des Fußballverbandes für die NRW-Liga-Lizenz zu erfüllen. Es wurden eine Umzäunung um das Spielfeld, ein separater Gästeeingang mit "Gästekäfig" in der Mitte der Stehgeraden sowie ein Toiletten-Container auf der Stehgeraden gebaut. Sowohl der obere Teil der Stehgeraden rechts vom "Gästekäfig" als auch der komplette Teil links vom "Gästekäfig" wurden in Wiese umgewandelt. Durch diese Umbauarbeiten hat das Stadion aktuell eine Kapazität von ca. 9.000 Zuschauern.

Den Trainingsbetrieb - ein Ausbau der beengten Platzanlage an sich war ja gescheitert - organisiert der ETB Schwarz-Weiß seit 2011 vorwiegend Am Krausen Bäumchen in Rellinghausen. Am 26.05.2013 wich die erste Mannschaft für ein Punktspiel auf die BSA Überruhr aus - der Uhlenkrug musste für ein wichtigeres Event des Leiter Kommunikation hergerichtet werden.

Komfort

Das Stadion Uhlenkrug wartet mit einer beachtlichen Ausstattung auf. Vorhanden ist alles, was ein ETB-Fan braucht:

Mißbrauch

  • Das für den 10.06.2012 angesetzte Rückspiel in der Regionalliga-Relegation zwischen dem Verbandsliga-Meister FC Kray und dem NRW-Liga-Achten KFC Uerdingen wurde aus Sicherheitsgründen in das Stadion Uhlenkrug verlegt. Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hielt angesichts erwarteter Krefelder Fanmassen die KrayArena für unsicher.
  • In der Regionalliga-Saison 2012/2013 nutzte der FC Kray das Stadion Uhlenkrug als Ausweichplatz für die Heimspiele, die aus Sicherheitsgründen nicht in der KrayArena stattfinden konnten.
  • Seit der Saison 2013/2014 nutzt der FC Kray das ungeliebte, wie man zu betonen nicht müde wird, Stadion Uhlenkrug als Ausweichplatz für die Heimspiele, die aus Sicherheitsgründen nicht in der KrayArena stattfinden können.
  • In der Oberliga-Saison 2013/2014 nutzte die zweite Mannschaft von Rot-Weiss Essen das Stadion Uhlenkrug als Ausweichplatz für die Heimspiele, die aus Sicherheitsgründen nicht an der Seumannstraße stattfinden konnten.
  • In der Oberliga-Saison 2015/2016 nutzt die Spvg Schonnebeck 1910 das Stadion Uhlenkrug für die Heimspiele, die aus Sicherheitsgründen nicht am Schetters Busch stattfinden können.

Zitate

  • "Es gibt eine gewisse Eigenartigkeit, in diesem Stadion zu spielen." (Was Paul Voß damit wohl meinte?)
  • "Momentan herrschen noch Flutlicht-Verhältnisse wie einst auf der Ronsdorfer Waldkampfbahn - schummrig. Aber selbst dort ist es inzwischen bedeutend heller. Vielleicht legt die Stadionverwaltung jedoch noch ein paar Lux nach..." (FuPa-Liveticker vom Spiel FC Kray - Wuppertaler SV am 05.03.2014 zum Thema Flutlicht)
  • "Solch ein Gefunzel haben wir zuletzt bei Pokalspielen am Niederrhein gesehen und auf dem Nebenplatz in Hönnepel. Da ist fast die Tribüne besser beleuchtet.." (FuPa-Liveticker vom Spiel FC Kray - Wuppertaler SV am 05.03.2014 zum Thema Flutlicht)

Weblink

Informationen des ETB-Fanclub SWR e.V., ausgegraben und gepflegt von den Uhltras

Galerie

Das Stadion Uhlenkrug am 30.04.2016 - gefüllt mit 396 Zuschauern. (Foto: LesPaul